Mein 2020 als Liste

Fabian Neidhardt
3 min readJan 2, 2021

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Wie letztes und vorletztes Jahr: Über Freunde, die über keine sozialen Netzwerke verfügen, kam diese Liste. Ich beantworte sie für sie, für euch und für mich. Wer mitmachen will, ist eingeladen.

Das beste Buch / die besten Bücher im Jahr 2020 gelesen:

  • Der beste Roman war „High Fidelity„, den ich nach knapp 20 Jahren nochmal gelesen habe und der großartig war. Wie übrigens auch die (leider nach der ersten Staffel abgesetzte) Serie mit Zoë Kravitz.
  • Die beiden besten Geschichtensammlungen sind einerseits das Gesamtwerk von Ted Chiang (wobei ich fairerweise sagen muss, dass ich sie noch nicht ganz gelesen habe) und „Blutige Nachrichten” von Stephen King. Wirklich. Vier unfassbar schöne Novellen. Ich lege sie euch sehr ans Herz.

Die besten Stellen:

Von da an verbrachte ich immer mehr Zeit mit anderen Scheidungskindern. Wir machten lange Spaziergänge, den Blick zu Boden gesenkt. Vor uns lag eine neue düstere Landschaft, und wir wollten nichts lieber, als und darüber auszutauschen. Wir verabschiedeten uns von der Kindheit, lernten, wie die Erwachsenen zu reden, und schielten verstohlen zu den Spielplätzen, die hinter uns lagen.

Tales from the Loop — Simon Stålenhag

Ich habe von Leuten wie euch gehört, die sich ihren Tod vom Leib halten. Ihr mögt ihn nicht, und so lässt er sich aus Höflichkeit nicht blicken. Aber er ist dennoch immer in eurer Nähe. Wenn ihr den Kopf wendet, duckt sich der Tod hinter euch. Wohin ihr auch schaut, versteckt er sich sofort. Ihm genügt eine Teetasse als Versteck oder ein Tautropfen. Oder eine sanfte Brise.

Das Bernstein-Teleskop — Philip Pullman

Sich in Renée zu verlieben war keine Sache, aus der man heil wieder rauskommt. Ich hatte keine Chance. Sie hat einen Stock in meine Speichen geschlagen. Sie konnte mitten in der Nacht aufwachen und Sachen fragen wie: „Was, wenn Bad Leroy Brown ein Mädchen wäre?” oder „Warum gibt es keine Werbespots für Salz so wie für Milch?”. Dann schlief sie wieder ein, während ich wach blieb und still für das fremde Wesen dankte, das da neben mir lag.

Live is a Mix Tape von Rob Sheffield

Bücher, auf die man sich 2021 freut:

  • Lux von Olivia Kuderewski. Livi hat mit mir in Hildesheim studiert, ich durfte eine Zeitlang ihr Mitbewohner sein. Ich kenne diesen Roman in vielen frühen Stadien und freue mich jetzt auf das Endprodukt.
  • Der Wal von Ally Klein. Ally ist eine Freundin. Dies ist ihr zweiter Roman. Ich weiß so gut wie nichts darüber und ich freue mich sehr.
  • Sprich mit mir von T.C. Boyle. Naja, aus Prinzip.
  • Ready Player Two von Ernest Cline. Ich mag den ersten Teil. Da kann jetzt viel schief gehen. Aber das kann auch ziemlich gut funktionieren.

Bester Film:

Ich habe dieses Jahr mehr Serien als Filme gesehen, aber ich mochte Joker, Liebe, Ford vs Ferrari und Spiderman: Into the Spiderverse

Beste Serie:

Superschwer, weil viel gesehen, was in verschiedene Richtungen ging. Wie oben schon erwähnt High Fidelity. Dann Little Fires Everywhere, Fleabag, The Queens Gambit und Tales from the Loop. Aber wohl noch vieles mehr.

Bestes Konzert:

Nichts gesehen.

Beste Theatererfahrung:

  • Tag Y von der Theater Rampe in Stuttgart. Eine einstündige Telefonperformance, bei der ich durch den Süden von Stuttgart spaziert bin, durchweg mit einem Lächeln auf dem Gesicht.
  • Frankenstein vom National Theatre in London, als Stream.

Bestes Album:

Hej Google, spiel Musik.

Bestes Lied/Stück:

Hej Google, spiel Musik.

Beste*r Musiker*in:

Hej Google, spiel Musik.

Der eigene Höhepunkt 2020:

  • 18 Jahre nach dem Wunsch, ein Buch bei einem Verlag zu veröffentlichen, endlich den Vertrag zu unterschreiben, der das nächstes Jahr möglich macht.
  • Punkt 2 meiner Bucketlist weiter abhaken: Meinen kleinen, 30 Jahre alten Fiat aus der Garage holen, reparieren und wieder anmelden. Nun fehlt der Oldtimer-Status.

Der eigene Tiefpunkt 2020:

Unser Opfer dieses Jahr war, nicht nach Hamburg ziehen zu können. Aber ehrlich gesagt hat dieses Jahr auch viel Demut gelehrt und Dankbarkeit, deshalb ist das schon okay.

Was 2020 übelst gefehlt hat:

Umarmungen

Das Jahr zusammengefasst:

Durch die Höhepunkte, besonders den Roman, lief das Jahr trotz seiner allgemeinen Scheiße wirklich okay für mich. Mehr als das, ich konnte das erkennen und dafür dankbar sein. Ich bin gespannt und hoffnungsvoll, wie unsere neue Normalität aussehen wird.

Der peinlichste Moment:

Frag mich in ein paar Jahren nochmal.

Ein unentdecktes Talent, das endlich entdeckt wurde:

Frag mich in ein paar Jahren nochmal.

Die ersten Male:

einen Verlagsvertrag unterschreiben

Was man 2020 vor allem hinter sich lassen will:

Verschwörungstheorien

Worauf man sich 2021 freut:

Auf ganz ganz viel, aber ganz oben steht dieses Buch, das ich mit dem Haymon Verlag machen durfte und das ab 16. Februar überall zu haben ist: Immer noch wach

Zuerst auf www.mokita.de erschienen.

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